Chronik

Schon in den Jahren 1876; 77 wurden in den Dörfern der Gemeinde Edewecht Männer ausgewählt und zum Dienst an der in Edewecht stationierten neuen Handdruckspritze verpflichtet. Die Handdruckspritze wurde von Pferdegespanne zum Einsatzort gezogen. Hierzu konnte jeder Pferdehalter verpflichtet werden. Die Leistung der Handdruckspritze betrug etwa 250 Liter Wasser pro Minute, je nach Leistung der Mannschaft, denn die Pumpe musste mit der Muskelkraft bedient werden. Im Jahre 1908 wurde dann eine eigene Handdruckspritze in Osterscheps gegenüber der Gastwirtschaft Harms ( Nemeyer ) stationiert.

1934 erfolgte dann die Umbenennung der Pflichtfeuerwehr zur

„Freiwilligen Feuerwehr Osterscheps“.

 

 

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24 Feuerwehrmänner gehörten zur Mannschaft, zum ersten Ortsbrandmeister wurde Heinrich Oltmanns bestellt. Aber die Wehrführung muss schnell gewechselt haben, denn in der Folgezeit ist immer nur von Willi Harms als Wehrführer die Rede.

Es wurde weiter mit der 1908 erworbenen Handdruckspritze geübt und gelöscht. Erst 1941 wurde die Freiwillige Feuerwehr Osterscheps mit einer Tragkraftspritze ausgerüstet. Diese Pumpe hatte eine Leistung von 400 Liter Wasser in der Minute.

Dieses bedeutete für die Männer eine große Erleichterung, denn sie brauchten jetzt nicht mehr selber pumpen.

1942 dann wurde das Löschfahrzeug KS 10 von Edewecht in Osterscheps stationiert. Dadurch war ein großer Zeitgewinn von der Alarmierung bis zum Eintreffen an der Einsatzstelle gewonnen.

Im Jahre 1938 wählte die Wehr Hinrich Bischoff zum Ortsbrandmeister, als dieser 1942 zum Kriegsdienst einberufen wurde übernahm sein image002Stellvertreter Wilhelm Oltmer die Führung der Freiwilligen Feuerwehr.

Während des zweiten Weltkrieges, in dem viele jüngere Männer eingezogen wurden, mußten ältere Männer den Brandschutz übernehmen. Und aus etwa einem Dutzend freiwilliger Frauen aus Osterscheps wurde eine Frauenlöschgruppe aufgestellt. Übungsdienst war einmal in der Woche.

Während des Krieges wurde in Osterscheps viel zerstört. Das Feuerwehrfahrzeug wurde von Soldaten geplündert und die Unterstellmöglichkeit durch Kriegseinwirkung zerstört. So mußte das Feuerwehrfahrzeug nach dem Kriege wieder in Edewecht untergebracht werden. Der Übungsdienst wurde aber fortgeführt und zusammen mit den Edewechter Kameraden half man, wo es nötig war.

Auf Vorschlag des dimage003amaligen Gemeindebrandmeisters Georg Sandstede wählte die Wehr Feuerwehrmann Gustav Hinrichs 1945 zum Ortsbrandmeister. 1949 am 3. Dezember wurde der Grundstein vom Feuerwehrhaus an der Hemeler Str. gelegt. Fast ein Jahr dauerte der Bau am Feuerwehrhaus mit Schlauchturm. Am 31. Oktober 1950 erfolgte die Schlüsselübergabe. Ab jetzt hatte das Löschfahrzeug KS 10 seinen endgültigen Standort in Osterscheps.

Im Jahre 1959, 25 Jahre nach der Gründung, erhält die Osterschepser Wehr ein neues Feuerwehrfahrzeug. Dieses Fahrzeug hatte keine image004eingebaute Pumpe, es wurde mit der schon 1956 erhaltenen Tragkraftspritze ausgerüstet.

Gustav Hinrichs stellte in der Jahreshauptversammlung 1966 sein Amt als Ortsbrandmeister zur Verfügung. Zum neuen Ortsbrandmeister wählten die Feuerwehrmänner Fredo Bölts.

Eine weitere Verbesserung bei Einsätzen erfolgte Ende der Sechziger: Die Feuerwehren wurden mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Die Atemschutzträger konnten so auch in schon verqualmte Räume zur Menschen oder Tierrettung vordringen. Die Atemschutzträger müssen allerdings vorher ärztlich untersucht werden und einen spezialen Lehrgang, den Atemschutzgeräteträgerlehrgang, absolvieren.

image006Im Oktober 1974 berät der Feuerwehrausschuß der Gemeinde über die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges. Es sollte ein Allradbetriebenes Fahrzeug sein, um den Feuerschutz im größten Löschbezirk der Gemeinde Edewecht mit Mooren und Waldflächen noch sicherer zu machen. Da dieses Fahrzeug nicht in das alte Feuerwehrhaus passen würde mußte auch über einen Umbau des Feuerwehrhauses beraten werden.

Bereits 1975 im Mai konnten einige Kameraden ein neues Löschfahrzeug LF 8 vom Hersteller in Giengen ( Bayern ) nach Osterscheps überführen. Die Garage für das neue Fahrzeug war zu klein. Im November 1975 begann der Umbau des Feuerwehrhauses. Es wurden eine neue Garage gebaut, gleichzeitig ein neuer Aufenthaltsraum und die Hausmeisterwohnung umgebaut. Im August 1976 wurde der Umbau, der durch erhebliche Eigenleistung der Feuerwehrkameraden aus Osterscheps und den Nachbarwehren unterstützt wurde abgeschlossen. Die offizielle Einweihung erfolgte im Dezember.

Durch die Erfahrung mit Flächenbränden und kleineren Entstehungsbränden die sich zu größeren Bränden entwickelten, weil erst eine lange Wasserförderung aufgebaut werden mußte, kam schon in diesen Jahren der Wunsch auf nach einem Tanklöschfahrzeug. Auch der Wunsch nach einer zweiten Sirene für eine bessere Alarmierung der Kameraden wurde immer dringlicher gestellt.

Jahreshauptversammlung 1979: Wieder ist der Wunsch ein Tanklöschfahrzeug für Osterscheps zu Beschaffen ein Thema. Eine zweite Sirene ist bereits von der Gemeinde beschlossen.

Februar 1983 auf der Jahreshauptversammlung war es endlich soweit. Der amtierende Gemeindebrandmeister Hans Michaelsen hatte sich für ein Tanklöschfahrzeug eingesetzt und jetzt gab auch die Gemeinde grünes Licht. Sie stellte 3000 DM (in Worten: Dreitausend DM) zur Verfügung. Eine „Kommission Tankwagen“ wurde gebildet. Bereits Anfang März wurde in Bochum ein TLF 8/8 besichtigt und darüber beraten. Einen Monat später überführten 9 Kameraden das „ neue“ Fahrzeug nach Osterscheps. Durch gutes Verhandlungsgeschick und eines kleinen Geschenk bekommen die Kameraden noch fast die gesamte Ausrüstung für das Löschfahrzeug mit.

Einen Sonntag später sind 15 Kameraden schon dabei das Fahrzeug instand zu setzen. Durch den unermüdlichen Arbeitseifer der Kameraden gelingt es, bereits am 3. Juli ein gut funktionierendes neu lackiertes Fahrzeug bei einer Übung einzusetzen. Bereits im selben Monat muss sich das neue Fahrzeug bei einem Flächenbrand in Wittenriede bewähren. Auch nachfolgende Einsätze wie Autobrände, Entstehungsbrände und Zimmerbrände bewiesen das der Wunsch nach einem Tanklöschfahrzeug gerechtfertigt war. Besetzt mit 3 Kameraden 800 l Wasser und Schaumlöscheinrichtung an Bord ist der „Tankwagen“ in kurzer Zeit am Einsatzort.

image011Am 29. Oktober 1983 wechselte dann das Kommando in der Wehr. Fredo Bölts hatte fast 18 Jahre die Feuerwehr geführt. Zum neuen Ortsbrandmeister wurde Helmut Schön gewählt. 1984 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 50 jähriges Bestehen. Mit großer Beteiligung der Bevölkerung aus dem Löschbezirk wird ein leichter Feuerwehrwettkampf ausgetragen und am darauffolgenden Wochenende ein Feuerwehrfest gefeiert.

Es ist wieder ein Umbau des Feuerwehrhauses nötig, um dem Tanklöschfahrzeug ein neues Zuhause zu geben. Die Unterkunft beim Kameraden Detlef Wittje an der Osterschepser Str. ist kein Dauerzustand. Das Feuerwehrhaus bekommt eine zweite Feuerwehrgarage, eine Werkstatt und eine Garage für den Hausmeister. Die Arbeiten können noch im selben Jahr dank der großen Eigenleistung der Feuerwehrmänner abgeschlossen werden.

1992 wieder ist ein Umbau des Feuerwehrhauses geplant. Durch Gelder von der EU vom Land Niedersachsen ist es möglich geworden dem Gebäude eine neue Außenfassade und wieder ein Walmdach zu geben. Auch hier arbeiten die Feuerwehrkameraden wieder viele Stunden ehrenamtlich, um das Feuerwehrhaus vom „Krematorium“ zu einem schmucken Feuerwehrhaus zu machen.

Im Jahr 1993 hat die Wehr den Plan gefasst einen Rettungssatz selber zu kaufen weil der Gemeindebrandmeister und die Gemeinde meinen, der hydraulische Rettungssatz bei der Edewechter Feuerwehr genügt. Die Kameraden aus Osterscheps erleben allerdings das sie zu lange warten müssen bis die Kameraden aus Edewecht vor Ort sind und der Einsatz des kleinen Handgetriebenen Rettungsgerätes zu lange dauert. Es wird eine Vorführung organisiert und nach eingehender Überlegung und Besprechung wird schließlich ein von einem Benzinmotor getriebener Rettungssatz gekauft.

Eine einschneidende Neuerung steht den Feuerwehren 1997 bevor: die Alarmierung der Kameraden wird auf Meldeempfänger (Pieper) umgestellt. Da die Gemeinde nur erst 10 Meldeempfänger pro Wehr anschaffen will gibt es das Problem wer soll die Pieper bekommen, die Kameraden die am weitesten weg wohnen aber nicht immer da sind oder die Kameraden die immer vor Ort sind oder soll gewechselt werden? Nach kurzer Überlegung im Ortskommando kommt man zu dem Ergebnis wir kaufen uns 20 Melder selber.

Durch die große Spendenbereitschaft der örtlichen Unternehmen und privater Personen war es schließlich der Wehr möglich 20 zusätzliche Meldeempfänger zu kaufen. Hierdurch wurde es möglich Alarmschleifen zu bilden um nicht bei einem kleinen Einsatz alle Kameraden vom Arbeitsplatz oder nachts aus dem Bett zu holen.

image012Auf der Generalversammlung1999 tritt der Obm Helmut Schön aus persönlichen Gründen zurück. Als neuer Obm wird Rolf Büsing vorgeschlagen und am 1.3.99 von der Gemeinde bestätigt.

Die ersten Planungen für die Neuanschaffung eines TLF wurden in 1998 gemacht.

Im April 1999 konnten mehrere Kameraden das neue Tanklöschfahrzeug von der Herstellerfirma in Giengen an der Brenz (Baden – Würtemberg ) abholen. Den Kameraden und dem neuen Fahrzeug wurde ein großer Empfang bereitet. Die offizielle Übergabe erfolgte dann durch den Bürgermeister zu Jührden am 20. Juni 1999 während einer Feierstunde im Feuerwehrhaus.

Das Umbauen beziehungsweise Weiterbauen im Feuerwehrhaus geht weiter.

Es muß ein Atemschutzgeräteraum geschaffen werden. Bei der Planung wurde die vom Hausmeister privat genutzte Garage und die kleine Werkstatt hinter der Feuerwehrgarage mit eingeplant. So konnte ein Atemschutzraum, ein Büro für den Obm, ein kleiner Flur sowie eine kleine Werkstatt neu gebaut werden. Wieder mit viel Eigenleistung, besonders der Kameraden die das Fliesenlegen und die Elektroarbeiten übernommen haben, wurde der Bau nach Planung der Gemeindeverwaltung fertig gestellt.

Nach den Plänen der Gemeindeverwaltung und des Gemeindekommandos sollen die älteren Feuerwehrfahrzeuge durch modernere ersetzt werden. So steht auch 2005 eine Neubeschaffung für die Ortswehr Osterscheps an. Für das mittlerweile 30 Jahre alte LF 8 Fahrzeug soll ein neues Fahrzeug gekauft werden. Das Ortskommando der Freiwilligen Feuerwehr Osterscheps ist sich darüber einig: Es soll wieder ein Fahrzeug mit Allradfahrgestell sein. Ein für einen überwiegend ländlich geprägten Einsatzbezirk mit Sand und Moorwegen und mit Naturschutzgebieten auch ein guter Grund. Leider konnte das Gemeindekommando und auch die Gemeindeverwaltung nicht davon überzeugt werden. Die Mehrkosten wahren ein stärkeres Gegenargument. Am 2. November 2007 konnte dann ein neues LF 10/10 in Osterscheps in Empfang genommen werden.

Im neuen Fahrzeug können sich zwei Kameraden schon während der Fahrt zum Einsatzort mit Atemschutzgeräten ausrüsten und es stehen bei Ankunft am Einsatzort sofort zusätzliche

1000 l Wasser aus dem Fahrzeugtank zur Verfügung.

Die offizielle Übergabe erfolgte durch die Bürgermeisterin Frau Lausch während einer kleinen Feierstunde am 20.12. 2007.

 

 

Dieses sind in kurzen Worten etwa 100 Jahre Feuerwehrgeschichte in Osterscheps. Eine gewaltige Entwicklung von der von Pferden gezogenen Handdruckspritze, die noch mit Muskelkraft betrieben werden mußte, bis hin zu der modern ausgerüsteten Freiwilligen Feuerwehr der Jahrtausendwende. Während es in den Anfängen noch etwa 1 Stunde dauerte bis die Feuerwehr am Einsatzort eintraf dauert es heute in der Regel bis zum Ende des Löschbezirkes ( 10 km ) ca 10 bis 15 Minuten. Es Gibt aber auch sehr viel Gemeinsames zwischen den Kameraden der Gründerzeit 1934 und den Kameraden von heute. Der uneigennützige und manchmal gefahrvolle Dienst am Nächsten, der gute Gemeinschaftssinn und die gute Kameradschaft haben sich durch die Jahrzehnte erhalten.